Ödön von Horváth (1901-1938)
BITTE BEACHTEN SIE, DASS DER HORVÀTHRAUM WEGEN UMBAUARBEITEN VOM 1.DEZEMBER 2009 BIS 25.FEBRUAR 2010 GESCHLOSSEN IST! Im Schloßmuseum Murnau ist eine eigene Abteilung dem Thema "Ödön von Horváth und Murnau" gewidmet. Ödön von Horváth ist vorrangig als "Dramatiker der Moderne" und als "Erneuerer des Volksstücks" in die Literaturgeschichte eingegangen. Der chronologisch angeordnete Ausstellungsteil dokumentiert vor allem die Murnauer Zeit des ungarischen Schriftstellers und die Werkbezüge zu Murnauer Lokalitäten, Ereignissen und Persönlichkeiten in den 1920er und 30er Jahren. Dokumente und Photographien belegen, daß der Ort im Leben von Ödön von Horváth einen zentralen Platz einnahm. Murnau hatte den Schriftsteller so nachhaltig geprägt, daß er auch noch Jahre nach seiner Flucht in seinen Theaterstücken und in dem Roman "Jugend ohne Gott" aus einem Reservoir von Erinnerungen schöpfte. Die schöne Landschaft um Murnau und ein Zufall sind dafür verantwortlich, daß der Marktflecken am Alpenrand weltweit mit dem Werk Ödön von Horváths eng in Verbindung zu bringen ist. "Anfang August fuhr ich durch das bayerische Oberland und in der Nähe von Partenkirchen, dort wo die Berge beginnen, durchfuhren wir auch einen sogenannten schmucken Markt. Die Sonne schien und Sonntags wars." So beschreibt der Schriftsteller Ödön von Horváth (1901 - 1938) seine erste Begegnung mit Murnau, das 70 km südlich von München liegt. Inspiriert von der schönen Lage des Marktes, kauften die Eltern Ödön von Horváths 1921 in der Bahnhofstraße ein Grundstück und ließen darauf drei Jahre später ein Landhaus errichten. Bis das Haus 1924 bezugsfertig war, logierten die Horváths drei Sommer lang in Ferienwohnungen und Pensionen, so sehr hatte es ihnen der Marktflecken angetan.
In Murnau fand Horváth die Leute, die ihn literarisch interessierten. In den zahlreichen Wirtschaften, Biergärten und Aussichtscafés suchte er mit Vorliebe den Kontakt zur einheimischen Bevölkerung. Dort saß er, las Zeitung, trank sein Bier, hörte den Leuten zu und machte sich Notizen. Er fand in den Zeitungen und Zeitschriften des bayerischen Oberlandes reichliches Rohmaterial. Der "Staffelsee-Bote", die Lokalzeitung von Murnau und Umgebung, wurde ihm zu einer schier unerschöpflichen Quelle. Murnauer Lokalitäten, Vorkommnisse und Persönlichkeiten standen ihm Modell für seine Kleinbürgerstudien in "Zur schönen Aussicht", "Italienische Nacht" und in mehreren Prosaskizzen. Darüber hinaus entstanden hier die Volksstücke "Revolte auf Côte 3018" (Neufassung: "Die Bergbahn", "Geschichten aus dem Wienerwald", "Kasimir und Karoline", "Glaube Liebe Hoffnung", der Roman "Der ewige Spießer" und die "Sportmärchen".
Die Ausstellung (Raum 14) dokumentiert die Murnauer Zeit Ödön von Horváths und die Werkbezüge zu Murnauer Ereignissen, Persönlichkeiten und Lokalitäten in den 20er und 30er Jahren. 1901 9. Dezember: als erster Sohn des Diplomaten Dr. Edmund Josef Horváth und Maria Hermine Horváth, geb. Prehnal in Susak/Fiume geboren. Zwei Jahre später Geburt des Bruders Lajos. 1909 Versetzung des Vaters von Budapest nach München, Edmund von Horváth wird Fachberichterstatter des K. Ungarischen Handelsministeriums in München.
1911 - 1920/21
1922
1924
1928 1. Februar: Saalschlacht zwischen NSDAP und sozialdemokratischem Reichsbanner im Gasthof "Kirchmeir" in Murnau, 22. Juli: Saalschlacht-Prozeß in Weilheim; 25. Oktober: Kleist-Preis; 28. Oktober: Revisionsverfahren zum Saalschlacht-Prozeß vor dem Landgericht München II; Geschichten aus dem Wiener Wald. Volksstück; Kasimir und Karoline. Volksstück 1932 Glaube Liebe Hoffnung. Ein kleiner Totentanz
1933 Horváth verläßt endgültig das Deutsche Reich; Mit dem Kopf durch die Wand. Lustspiel; Don Juan kommt aus dem Krieg. Schauspiel; Figaro läßt sich scheiden. Komödie; Der jüngste Tag. Schauspiel 1937 Ausschluß aus dem Reichsverband Deutscher Schriftsteller. Jugend ohne Gott. Roman. Exil-Verlag Allert de Lange; Das Dorf ohne Männer. Lustspiel
1938 |