Künstler entdecken die Murnauer Landschaft
Raum 8, 9
Bereits vor 1800 entdeckten Münchner Maler die poetischen Reize der Natur für ihre Kunst. Beeinflußt von aufgeklärtem Gedankengut eines Jean Jacques Rousseau und mit wachem Auge für die malerischen Schönheiten des Alpenvorlandes gingen sie aus der Stadt hinaus in die Natur. Sie suchten sich nun hier ihre Motive, statt - wie bisher - nach traditionellen Vorbildern komponierte Ideallandschaften im Atelier zu malen. Schon 1782 hatte der Münchner Historiker Lorenz von Westenrieder vermerkt: "Wir haben die herrlichsten Gegenden, und so ganz romantische Landschaften in Bayern, daß ich versichert bin, die größten Künstler, wenn sie dieselben jemals gesehen hätten, würden sich freuen, hier ihr Talent zu üben...". Gegen die Jahrhundertmitte kamen vereinzelt private Malerschulen auf, die die Sommermonate ganz auf dem Lande, z. B. auch in der Weilheimer und Murnauer Gegend, verbrachten. In ihren vor Ort gemalten Landschaftsstudien erreichten sie eine atmosphärische Dichte von großer Naturnähe (Raum 8).
Aus dem Münchner Raum stammten z. B. auch Adolf Lier, Anton Braith, Carl Millner, Dietrich Langko, Bernhard Buttersack, Richard Zimmermann, Anton Zwengauer, Carl Spitzweg und zahlreiche weitere. Auch zwei aus Murnau stammende Maler schlossen sich den Kreisen der Münchner Maler an. Johann Michael Wittmer II. folgte der von der Münchner Akademie der Bildenden Künstler vertretenen Historienmalerei, die nach klassischen Vorbildern die Darstellung von Ideallandschaften verlangte.
|